Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

14.03.2012 / Projekte und Initiativen

Alt und Jung - vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft

Neue Ausstellung vom 24. März 2012 bis 6. Januar 2013 Wer ist alt? Und wer ist jung? Die Vorstellungen vom Alter haben sich über Jahrhunderte und besonders in den letzen Jahrzehnten stark verändert. Im „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen “ beleuchtet die neue Präsentation „Alt und Jung – Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft “ auf der Domäne Dahlem diesen gesellschaftlichen Wandel aus verschiedenen Blickwinkeln.
Foto: Stiftung Domäne Dahlem – Landgut und Museum

„Das Thema Leben im Alter ist hochaktuell und gewinnt für jeden an Bedeutung “, erläutert Museumsdirektor Dr.Peter Lummel, warum sich das Freilandmuseum diesem besonderen Thema widmet. Noch vor 150 Jahren lebte die Mehrzahl der Menschen im ländlichen Raum. „Dort überließen die Altenteiler dem Erben den Hof und bekamen eine Altenteilerstube, alle lebten weiterhin in dem Bauernhaus“, beschreibt Peter Lummel den Mehrgenerationenhaushalt auf dem Lande. „Die Altenteiler waren von ihren Kindern abhängig, das änderte sich erst langsam durch die Rentenversicherung. “Heute ist das Zusammenleben von mehr als zwei Generationen unter einem Dach, gerade in einer Großstadt wie Berlin, die absolute Ausnahme.
Jung und Alt begegnen sich in der Regel nur noch besuchsweise. Immer mehr Menschen leben bis ins hohe Alter in ihrer eigenen Wohnung oder ziehen in Seniorenwohnanlagen.D aneben entstehen in den letzten Jahren auch neue Wohnformen wie Senioren-WGs.
Die Ausstellung „Alt und Jung “ blickt also nicht nur zurück, sondern widmen sich auch gegenwärtigen Themen: Wie leben wir heute, welche Vorstellungen vom Alter haben wir, welches Bild wird in den Medien vermittelt? Das Verhältnis der Generationen untereinander ist komplizierter geworden, die Lebensentwürfe und -vorstellungen sind vielfältiger. Außerdem werden die Menschen älter, bleiben länger fit und haben mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als in früheren Zeiten. „Auch Themen wie Gesundheit, Arbeit im Rentenalter und neue Technologien werden beleuchtet“, erläutert Peter Lummel.

Alt und Jung – nicht immer Gegensätze
Immer mehr Firmen entdecken Ältere als lohnende Zielgruppe, die sie mit gezielter Werbung ansprechen wollen. Besonders interessant sind neue Produkte, die sich nicht nur an ältere Menschen, sondern an Nutzer aller Altersgruppen richten. So können Besucher der Ausstellung die Spielekonsole Nintendo Wii ausprobieren. Sie ist bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Sogar Seniorengruppen nutzen sie mittlerweile, um fit zu bleiben, wirbeln mit der Fernbedienung herum und finden Spaß an den Videospielen. „Universal Design“ nennt sich dieser Trend, Produkte für Menschen unterschiedlichen Alters zu entwickeln.

Bilder vom Altern früher und heute
Wie ein alter Mensch aussieht, davon haben wir bestimmte Vorstellungen. Zum Beispiel tragen Senioren andere Kleidung als Jugendliche oder benehmen sich anders. Doch die Bilder vom Älterwerden ändern sich im Lauf der Zeit. Fotos von silbernen und goldenen Hochzeiten aus verschiedenen Jahrzehnten zeigen: Senioren wirken heute oft jünger als ihre Altersgenossen vor hundert Jahren. Schön zu sein in jedem Alter – den Traum von ewiger Jugend gab es schon lange bevor Anti-Falten-Cremes, Schlankheitspillen und Schönheitsoperationen erfunden wurden. Bereits ab Ende des Mittelalters symbolisierte der Jungbrunnen den Wunsch den Körper zu verjüngen: alt hineinsteigen, jung und makellos wieder herauskommen. Heute versprechen Kosmetikprodukte und Schönheitschirurgie die Spuren des Älterwerdens zu beseitigen.

Besondere Gruppenangebote: Schulklassen können mit uns die Ausstellung erkunden und sich auf die Suche nach Unterschieden begeben – wie war es früher, was hat sich verändert? Der Alltag steht bei „Alt und Jung –a nders und doch gleich “ (ab Klasse 1) im Mittelpunkt. Im Programm „Gestern – Heute – Morgen“ erfinden Kinder ab der 5.Klasse Produkte der Zukunft. Erwachsene und Senioren können bei einer Führung durch die Ausstellung mehr über das veränderte Altern erfahren und auf Wunsch anschließend bei Kaffee und Kuchen über ihre Erfahrungen und Erinnerungen plaudern.

Begleitprogramm: Das eigens zur Ausstellung entwickelte neue Marktfest „Alt und Jung – Lebensfreude verbindet“ lädt am Wochenende 21./22.April dazu ein, dieses spannende Thema anhand von zahlreichen Mitmach-, Erlebnis-, Informations- und Kaufangeboten zu erkunden. Im Laufe des Frühjahrs eröffnet die Domäne Dahlem außerdem als neue Attraktion einen Mehrgenerationenspielplatz, wo  junge Besucher sich in Zukunft zusammen mit ihren Eltern und Großeltern vergnügen können.

Der Ausstellungsverbund „Arbeit und Leben": Die Ausstellung „Alt und Jung – Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft“ entstand im Rahmen des Ausstellungsverbundes „Arbeit und Leben “, dem neben der Domäne Dahlem – Landgut und Museum das Freilichtmuseum am Kiekeberg (für diese Ausstellung federführend), das Freilichtmuseum Hessenpark, das LVR-Freilichtmuseum Kommern und das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum Molfsee angehören.

Publikation: Zur Ausstellung gehört ein umfassender, reich bebilderter Begleitband, der für 24,80 € an der Museumskasse erworben werden kann.

Öffnungszeiten: Täglich außer dienstags 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise: 3 € / erm. 1,50 € / Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie Fördervereinsmitglieder frei

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