Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

7.06.2013

Alboinstraße und Alboinplatz

Die Alboinstraße ist eine Grenzstraße zwischen Schöneberg und Tempelhof. Nur die westliche Straßenseite, mit den geraden Hausnummern 14 bis 116, gehört zum Bezirk Schöneberg.

Foto: Thomas Protz

Das Gleiche gilt für den Alboinplatz. Anfangs hieß die Straße noch Straße 12a und der Platz war Platz Q. 1913 bekam die Straße dann den Namen Albionstraße.

Alboin war im 6. Jahrhundert König der Langobarden und beherrschte den größten Teil Italiens.
Albion war auch ein uralter Name für Britannien. Er wurde aus dem lateinischen Wort für weiß abgeleitet, da die Seefahrer oft als erstes die weißen Küstenfelsen sahen, so wie sie heute noch bei Dover zu sehen sind. Aber diese Erläuterungen sind vermutlich völlig überflüssig, da die Namensgebung wahrscheinlich auf einem Irrtum beruhte, weil die zwei Vokale verwechselt worden waren. Denn schon in den folgenden Jahren wurde mehrfach versucht, den Namen zu ändern. Aber im preußischen Staat war es nicht so einfach einen Fehler einzugestehen, und deshalb blieb dieser zweifelhafte Name bestehen. Erst 1931 bekamen Straße und Platz dann endlich ihren heutigen Namen. 1945 sollten es dann Egerlandstraße und Egerlandplatz werden, was sich aber nicht durchsetzen konnte. 1965 wurde das südliche Ende der Alboinstraße in Paul-Schmidt-Straße umbenannt. Und 1975 wurde im Norden für die Ergänzung zur Schöneberger Straße der Name Alboinstraße weitergeführt.

Der kleine See auf dem Alboinplatz ist noch ein Überrest aus der Eiszeit vor 20.000 Jahren. Hier wurde früher das Vieh der Bauern aus Mariendorf und Tempelhof getränkt. Rund um den Pfuhl gab es saftige Weisen und Weiden. Inmitten des frischen Grün sah das Wasser so dunkel und schwarz aus, wie der Eingang zur Hölle. Und in der germanischen Mythologie hieß die Herrscherin über die Unterwelt „Hel“. Deshalb heißt der Pfuhl auch heute noch „Blanke Helle“. Der Sage nach schickte Hel dem damaligen Priester jedes Jahr einen riesigen schwarzen Stier, um beim Pflügen auf dem Acker zu helfen. Erst als ein christlicher Mönch sich hier niederließ, der es ablehnte, Hel zu dienen, blieb diese Hilfe aus. Im Gegenteil, der schwarze Stier kam und fraß den Mönch.
In Anlehnung an diese Sage steht heute ein überlebensgroßer steinerner Stier auf dem Alboinplatz, und die Berliner mit ihrer frechen Schnauze sagen, es ist „der größte Ochse von Berlin“.

Christine Bitterwolf

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