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5.05.2013

100 Jahre 1. FC Schöneberg Berlin 1913

Vor nicht allzu langer Zeit zeigte uns eine Festschrift des Friedenauer TSC - auch anlässlich ihres 100jährigen Jubiläums - wie sich Bürgerinnen und Bürger aus Friedenau mit großem Engagement und Freude sportlich bewegten - erst die Männer und dann immer mehr Mädchen und Frauen. Der Fußball kam erst später dazu.

Staatssekretär Andreas Statzkowski überreicht die Sportplakette des Bundespräsidenten an den 1. Vorsitzenden Hans-Dieter Beuthin

Vereinsmitglieder feiern Geburtstag im BVV-Saal des Rathaus Schöneberg. Foto: Thomas Protz

Er steckte 1913 erst in den Kinderschuhen, trotzdem wagten ein paar Schöneberger den Sportverein 1913 zu gründen. Schnell gewann Fußball eine große Popularität - die Jungen konnten fast überall, falls eine "Pille" dabei war, im Freien kicken. Aufs Tempelhofer Feld mussten Tore getragen werden, Sportkleidung, Schuhe und Bälle kauften sich die jungen Leute, hauptsächlich Lehrlinge, vom kargen Taschengeld. Auch ein weiterer Fußballverein, Fedia, wurde in Schöneberg gegründet. Einen Stopp brachte der 1. Weltkrieg, der Spielverkehr kam fast zum Erliegen. Es kam wie es kommen musste - viele Männer waren gefallen oder verwundet, und da somit beide Vereine wesentlich weniger Mitglieder hatten, fusionierten sie. Erst 1920 wurde der Vereinsname auf Spielvereinigung Schöneberg 1913 e.V. geändert. Man bautet auf den Gelände am Tempelhofer Weg einen Sportplatz - bis 1991 war es der Heim-platz des 1. FC Schöneberg.

Nach und nach kam das Vereinsleben wieder in Gang, neue Vereine wurden gegründet. In Schöneberg fusionierten 1930 aus den Arbeitersportbünden: Fichte 1919,  Arbeiter TSV und Freie Turner Schöneberg, der VfL Schöneberg mit den Abteilungen fürs Turnen Gymnastik und Wandern, bald dann auch Fußball. Viel Sportliches ist von der Zeit nach dem 1. Weltkrieg bis nach dem 2. Weltkrieg nicht zu erfahren. Einen geregelten Spielbetrieb gab es kaum. In der Wehrmacht war Fußball eine der wichtigsten Ablenkungen, so entstanden in Deutschland sogenannte Kriegsspielgemeinschaften. Nach dem Krieg wurde erst mal von den Alliierten jeglicher Spielbetrieb eingestellt, die Sportplätze beschlagnahmt. Langsam wurden die Bezirksämter beauftragt, einen Sportbetrieb zu regeln. Es gab in ganz Berlin nur 64 kommunale Sportgruppen, so durfte in Schöneberg-Süd der VfL Schöneberg, in Schöneberg Mitte die Schöneberger Spielvereinigung (Spvgg) den Spielbetrieb aufnehmen. 1947 wurde die Sportausübung auf Vereinsebene von den Alliierten freigegeben, ab 1948 erhielten die Schöneberger Vereine Grünes Licht, schon 1950 wurde der Verband Berliner Ballspielvereine neu gegründet. Ein Spielbetrieb konnte stattfinden. In Schöneberg wurde bei der Spielvereinigung eine Jugendabteilung gegründet, die viele sportliche Erfolge feiern konnte. Hier muss besonders ein Name erwähnt werden: Joachim Salomon Ich wollte mit Ihm ein Interview vereinbaren, er bat um Bedenkzeit, leider ist er mittlerweile im hohen Alter von fast 90 Jahre verstorben. Sicher hätte er von seinen weit über 60 Jahren Vereinsleben vieles erzählen können. Der Höhepunkt für ihn und seinen VfL Fußball-Knabenchor zusammen mit den Schöneburger Sängerknaben war wohl der Auftritt anlässlich der Ehrung der WM-Mannschaft, der Helden von Bern, im Olympiastadion. Er ist der Gründervater des Turniers "Goldener Fußball", noch heute ein Höhepunkt im Berliner Fußballkalender. Sensationell war auch im Jahr 1962, als die Spvgg Schöneberg vor 70.000 Zuschauern Berliner Pokalsieger wurden.

1970 tauchte in Schöneberg wahrlich ein Fussball-Stern auf, verzückte, begeisterte als kleiner Knirps auf den Sportplätzen und erst recht in der Halle die Zuschauer. Es war Pierre Littbarski, mit ihm blühte für sechs Jahre die Jugendabteilung auf. Mit ihm wurde eine sehr gute Mannschaft des öfteren Meister im Feld sowie in der Halle. Wie gut er war, haben noch viele begeisterte Fußballfreunde in ganz Deutschland in Erinnerung. Er wurde Profi und mit der deutschen Nationalelf Weltmeister! Noch heute schwärmen nicht nur Schöneberger von ihm. Ab 1984 förderte der Verein den Mädchenfußball mit großen Erfolgen - Pokal und Meister in einem Jahr. 1991/92 fand dann die letzte Fusion statt. Aus der Spvgg und dem VFL wurde der 1. FC Schöneberg 1913. Mit dieser Fusion wollte der Verein mit der 1. Mannschaft in die Landesliga aufsteigen. Das haben sie leider knapp verpasst. Gestärkt aus dem Zusammenschluss ging die Jugendabteilung hervor - mit den Jungen und Mädchen, den Frauen sowie den Männer-Seniorenmannschaften. 2002 wurde die Jugendabteilung für ihre sehr gute Jugendarbeit von der Sepp Herberger Stiftung ausgezeichnet. Aktuell nehmen 17 Mannschaften der Jugendabteilung am Spielbetrieb sowie fünf Herren- und zwei Damenmannschaften am Spielbetrieb teil. Die 1. Mannschaft hat zwei Aufstiege in den letzten zwei Jahren geschafft und liegt momentan auf einem guten Platz, ohne Abstiegssorgen.

Vielleicht gelingt es ja dem Verein im Aufwind nach der Jubiläums-Feier viele Kids neu zu gewinnen, in Schöneberg gibt es viele Kinder, der Bezirk ist seit ein paar Jahren mit der geburtenstärkste in Berlin, also an Nachwuchs fehlt es nicht.

Viel Erfolg wünscht
Ernst Karbe / Bilderbär

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