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31.03.2013

10 Jahre Stadtteilzeitung

Es ist schon erstaunlich. Als vor 10 Jahren die großen Tageszeitungen ihre lokale Berichterstattung einstellten, entstand in Schöneberg ein kleines sympatisches Zeitungsprojekt. Es machte genau das, was die etablierte Presse für nicht mehr notwendig erachtete - lokale Berichterstattung. Mittlerweile haben die Tageszeitungen die Lokalnachrichten wiederentdeckt, wenn auch nur online.

Die erste Ausgabe der Stadtteilzeitung im Mai 2003

Die Stadtteilzeitung hat sich in den Jahren eine treue Leserschaft erarbeitet. Der erste Aufmacher in der Maiausgabe 2003 lud ein zum ersten Friedenautag, die nächste Ausgabe berichtete von der Eröffnung einer KulTurnhalle, die Sie heute als Großen Saal und Kulturcafé im Nachbarschaftshaus Friedenau kennen. Die Familienbildung Schöneberg Steglitz feierte ihr 10jähriges, die Dauerausstellung Schöneberger Wunderkammern eröffnete im Jugendmuseum. Im September 2003 titelte die Stadtteilzeitung: „Planungen ohne Ergebnis - der S-Bhf. Kolonnenstraße, Ikea feierte Richtfest, am Kaiser-Wilhelm-Platz gabs noch Rademacher und Betten Anton, das Kleine Theater feierte den 30. Geburtstag. Im Februar 2004 berichten wir das erste Mal über die Bauarbeiten am S-Bhf. Papestraße, heute Südkreuz. Im November 2004 wird das Schloßpark-Theater neu eröffnet, im Februar 2005 berichten wir von der Eröffnung des Jugend- und Familienzentrum JeverNeun. Im März ändert die Zeitung das Layout und Format. Im April 2005 schließt das Reformhaus Ewald in der Hedwigstraße. Im Mai schließt Langenscheidt die Türen in der Crellestraße. Im Juni 2005 steht das alte Hertie noch am Walther-Schreiber-Platz. Wir berichten von dem Bauvorhaben Schloßstraßencenter. Im Juli taucht der Dauerbrenner Umgestaltung des Breslauer Platzes das erste Mal in unserer Zeitung auf. Oktober 2005 eröffnet der Diakonieladen Rubensstraße. „Kampf ums Gleisdreieck“ titeln wir im Januar 2006. Im Mai feierte Willy Sommerfeld seinen 102. Geburtstag. Im September bauen Bundeswehrsoldaten Pflanzenkübel auf dem Dürerplatz. Im November gründet sich das Unternehmerinnennetzwerk Tempelhof-Schöneberg. Im Dezember gibt es den ersten Engelmarkt auf dem Breslauer Platz. Dezember 2007 schließt das Kreisel-Hochhaus. Im Dezember 2008 startet die Erste Südwestpassage Kultour. Im März 2009 eröffnet der Geschichtsparcours Papestraße. Im Juni verleiht der Bezirk die erste Kosmopolita an Gülsen Aktas. Dezember 2009 erscheint die erste Kinderzeitung als Beilage zu Stadtteilzeitung. Im Mai 2010 wird das Tempelhofer Feld geöffnet. Februar 2011: Ein Park wird zur Baustelle - der Heinrich-Lassen-Park. Im April 2011 eröffnet das Kautsky-Haus, im September der Ostpark. Im April 2012 setzen Unbekannte das Rathaus Friedenau unter Wasser. Der Boulevard Berlin eröffnet. Über all das und vieles mehr haben wir berichtet.
Am 15. Juni wollen wir unser Jubiläum im Nachbarschaftshaus Friedenau feiern. Im Juni werden wir auch ausführlich über das Jubiläum berichten. Wir wollen Grußworte und Glückwünsche veröffentlichen, die uns erreicht haben und vielleicht auch ein wenig in die Zukunft schauen. In dieser Ausgabe werfen einige Redaktionsmitglieder den Blick zurück und berichten über ihre Anfänge bei der Stadtteilzeitung:
[Thomas Protz]

Das erste Mal
Meine erste Redaktionssitzung? In einer Kiezzeitung, die ich in meinem Supermarkt entdeckte, las ich im Sommer 2003: wir suchen Mitstreiter, die sich im Kiez auskennen und gern schreiben. Klar kenne ich mich in Friedenau aus, ich lebe schon mein ganzes Leben hier, und ich schreibe seit meiner Kindheit. Ein Anruf, ein Gespräch mit Thomas Protz: dann kommen Sie mal zu unserer nächsten Redaktionssitzung! Fünf Augenpaare musterten mich, als ich den kleinen Raum im Nachbarschaftsheim betrat, in dem wir damals unsere Sitzungen abhielten und der schon lange nicht mehr ausreicht: Doris, Bärbel, Anett, Birgit, Marina - alle sind sie nicht mehr dabei.  Marina war auch neu, eine Unterstützung beim Einstieg. Eine kleine Blitzlicht-Runde, dann unterzog uns Anett einer Befragung, worüber wollt ihr schreiben (wir duzen uns hier!). So fing das an. Mein erster Artikel befasste sich mit Lutz von Werder und dem philosophischen Café in der Urania: liegt die überhaupt in Schöneberg? Das war meine erste Recherche, sehr aufregend. Und aufregend ist sie auch geblieben, die Arbeit für die Stadtteilzeitung.
Sigrid Wiegand

Eine Bratwurst im Frühling …
war „schuld“ daran, dass ich im März 2005 die Stadtteilzeitung kennenlernte. Ein sonniger Frühlingstag, ich knabberte mein Wurstbrötchen und las nebenbei die Zeitung. „Ehrenamtliche Redakteure gesucht“ - dieser Aufruf weckte bei mir Erinnerungen an meine lange zurückliegende Zeit in der Lokalredaktion einer Kleinstadt im Ruhrgebiet. Die Zeitungsarbeit hatte mir damals sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich beruflich dann doch einen anderen Weg wählte. Etwas elektrisiert, wieder mal mit einem Redaktionsteam Kiezberichte zu erörtern und zu schreiben, kontaktierte ich Thomas Protz. Er lud mich freundlich zur nächsten Redaktionssitzung ein. Tja, und dann saßen da Sigrid, Elfie und Sanna – ich nenne sie namentlich, weil die drei auch heute noch zum Urgestein des Redaktionsteams gehören – unser Chef Thomas und einige weitere, in den letzten Jahren bereits ausgeschiedene Mitarbeiter. Eine kurze Vorstellungsrunde – und dann ging´s  los. Mit Diskussionen über Artikel-Vorschläge, Kritiken oder Zuspruch zu geschriebenen Beiträgen – in einer freundschaftlichen, humorvollen Atmosphäre. Da wollte ich mitmachen! Habe ich dann auch, mit mal mehr, mal berufsbedingt weniger Engagement. Zeitweilig waren wir in den letzten Jahren nur zu sechst, das war schon eine Herausforderung!
Mittlerweile ist das Redaktionsteam auf fast 20 Mitglieder angewachsen – die prickelnde Stimmung und die Freude an der Zeitungsarbeit  ist geblieben.
Rita Maikowski

Rein ins Vergnügen
Ich stürze normal überdreht mit hoch-rotem Kopp, Frisur adé, zugespitzten Kinnes in den Redaktionsraum. Anwesend: zwei Damen (Sigrid+Bärbel) und Thomas. Thomas wedelt gerade mit meiner ausgedruckten "Bewerbung", wollte sie gerade erläutern? Sehe in drei reichlich irritierte Gesichter. Krick’n Käffchen! Mit Milch. Mit Milch! Freue mich! Sprudele ungeordnet in die Dreierrunde, was unbedingt noch fehlt in dieser Zeitung! Ich nämlich! Sozu-agen! Fühle mich absolut zu-ständig fürs Gemüt der Leserschaft! Eine: *OASE im Alltag* zum "erstmal-vorab-Drinversinken" ist vonnöten! Ab sofort! Voilà! Genauso waret!
Elfie Hartmann

Wie alles begann
Eigentlich wollte ich ja nur Zeichnen lernen, damals vor 9 Jahren, und zwar bei Heike Kelter, der Friedenauer Künstlerin. Sie hat eine Methode entwickelt, mit der sogar jemand wie ich den Eindruck gewinnen könnte, es irgendwann zu einer gewissen Wiedererkennbarkeit des Dargestellten zu bringen. Und dort im Kurs saß Doris Kollmann, eine der ersten Redakteurinnen der Stadtteilzeitung. Sie war vom Schreiben wie vom Malen infiziert und warb mich als Rasende Reporterin an. In Wahrheit hatte ich ja schon immer schreiben wollen, mich nur nicht getraut, weil ich keinen Pulitzer-Preis vorweisen konnte. So schräg kann man denken. Aber Doris sagte, ich als Kunsthistorikerin müsse nun über das Kunstprojekt im Rathaus Friedenau berichten – Kunstavantgarde bis in den Turm hinein, sie selbst sei auch dabei und könne deshalb nicht berichten, wie wär’s also? Und ich sagte zu. Seitdem bin ich dabei, und Doris ist Künstlerin.  Ich bin ihr noch immer sehr dankbar!
Sanna v. Zedlitz

Mein Weg zur Stadtteilzeitung
Er fand in zwei Etappen statt - als Bilderbär verfolgte und las ich jede Ausgabe. Von Anfang an legte ich jeden Monat einige Exemplare an die Kasse von Edeka in der Hedwigstraße, stellte dabei fest, wie gerne, ja wie erwartungsvoll viele Bürger/innen die  Zeitung mitnahmen. Ab und  an stand dann auch etwas über den Bilderbär, seine Aktivitäten, manches bebildert im Blatt. Dass mir die Zeitung gut gefiel, viele Beiträge meinen Blick im Kiez erweiterten, war mir seit langen klar.
Dann war mein Bilderbärleben vorbei – ich hatte Zeit, entschied mich probeweise zu einer Redaktionssitzung zu gehen. Die Zeit fliegt – bin nun auch schon gut 3 Jahre dabei. Aber es bleibt spannend, freue mich schon auf unser – mit Ihnen – gemeinsames Fest am 15. Juni.
Ernst Karbe / Bilderbär

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