Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

05.05.2011 / Projekte und Initiativen

10 Jahre „Energie-Museum Berlin“

Wissen Sie, wo diese riesige Glühlampe früher in Berlin installiert war? Würde ein Jugendlicher heutzutage mit einem drei Kilo schweren Handy unterwegs sein? Glauben Sie, dass früher eine elektrische Waschmaschine mit Kohle beheizt wurde? Haben Sie schon einmal Ihr Spiegelbild in einer hochglanzpolierten Gasturbinenschaufel gesehen?
20.000 Watt / 100 Watt Glühlampe. Foto: Energie-Museum

Am 15. Mai 2011 können Sie ab 11 Uhr die Lösungen dieser Fragen beim „Tag der offenen Tür“ im Energie- Museum Berlin in Steglitz selbst finden. Sie können dort historische Anlagen und Geräte aus der Berliner Strom- und Wärmeversorgung in Hülle und Fülle besichtigen. Sie erhalten auch Führungen, organisiert vom „Förderverein der Sammlung historischer Anlagenteile und Geräte aus der Technik der Strom- und Wärmeversorgung Berlins e.V.“
Ehrlich gesagt würde ich diesen Verein „Förderverein Elektropolis Berlin“ nennen. In Fachkreisen wurde nämlich die Stadt Berlin auch als „Elektropolis“ bezeichnet, denn in Berlin hatte um die Jahrhundert-wende eine rasante Entwicklung der Elektroindustrie stattgefunden (Siemens, Halske, AEG u.s.w.)

Geschichte des Fördervereins:
Am 10. Mai 2001 gründeten ehemalige BEWAG-Mitarbeiter den Verein und gaben den Sammlungen des damaligen Stromversorgers BEWAG einen historisch passenden „Schutzraum“, das Gebäude der ehemaligen Batterie-Energiespeicheranlage im ehemaligen Heizkraftwerk Steglitz am Teltowkanal. Dieses Kraftwerk versorgte bis 1994 große Teile des Südwestens Berlins mit Strom  und war zudem auch seit 1923 ein Meilenstein in der Fernwärmeversorgung. Die für Berlin typische Kraftwerksarchitektur schufen u. a. die Architekten Hans Heinrich Müller, Egon Eiermann und  Clemens Mletzko.

In der Präambel der Vereinssatzung wird auf das Ziel verwiesen, „…die epochemachenden Leistungen der Elektropolis Berlin durch Ausstellungsstücke, Bilder und Texte zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zu präsentieren….“ Hunderte von freiwilligen Arbeitsstunden wurden für die Restaurierung, den Aufbau und den Erhalt der über 2.000 Exponate geleistet und natürlich sucht der Verein zusätzliche Förderer, Mithelfende und Interessierte.

Führung:
Das Redaktionsteam konnte all diese Schätze bei einer fachkundigen Führung im April bestaunen, wobei neben „alltäglichen“  Haushaltsgeräten vor allem die speziellen Maßnahmen zur autarken Stromversorgung Westberlins beeindruckten. Westberlin war seit März 1952 vom deutschen Verbundnetz getrennt und musste sich als „Pfahl im Fleisch der DDR“ und als „Frontstadt des Westens“  zur Zeit des „Kalten Krieges“ eigenständig mit Strom versorgen. Für die damals größte Industriestadt Deutschlands war eine zuverlässige Energieversorgung extrem wichtig, deshalb musste die Stromversorgung auch bei unvermeidlichen Störungen in Kraft-werken und Netzen immer ge-währleistet sein. Das Gebäude der Batterie-Energiespeicheranlage, in dem damals im Störungsfall 7.080 Bleibatterien für eine 30-minütige  Strombereitstellung von 17 Megawatt  sorgen konnten, ist heute der Ort der großen Ausstellung.

Also: Hingehen, die epochalen  Berliner Erfinderleistungen bestaunen und den fachkompetenten Ehrenamtlichen zuhören!

Energie- Museum Berlin
Teltowkanalstraße 9
(Haltestelle Bus 186, 283)
12247 Berlin
Tel.: 030/ 70177755/56
www.energie-museum.de

Hartmut Ulrich

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