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01.11.2016 / Gewerbe im Kiez

10 Jahre Akkordeon-Centrum Brusch in Berlin

Seit ich vor 20 Jahren hierhergezogen bin, hat sich die Kreuzung an der Holsteinischen Ecke Peschkestraße sehr verändert.
Filialleiter Sergej Makarenko mit seiner Frau Elena. Foto: Thomas Protz

In den Geschäften der Eckhäuser gab es in jener Zeit zwei Kinderläden und eine abgeranzte Kneipe, und die Gebäude waren noch nicht restauriert worden. Zehn Jahre später wich einer der Kinderläden einer Neuerung in unserem Viertel: einem  Akkordeonladen! In der Dezembernummer des Jahres 2006 berichteten wir darüber, wie das renommierte Akkordeon-Centrum Brusch aus Hamburg dem osteuropäischen Markt mit der Eröffnung einer Filiale in Berlin entgegenkommen wollte und sich zu diesem Zweck unsere biedere Kreuzung ausgesucht hatte. Wer soll denn hier Akkordeons kaufen, dachte ich damals und wurde inzwischen eines Besseren belehrt.

Alle Erwartungen haben sich erfüllt, erzählte mir Sergej Makarenko, immer noch der Filialleiter vor Ort. Es ist schließlich keine Laufkundschaft, die Musikinstrumente kauft wie Obst und Gemüse, die tatsächlich in den Dreißigern hier angeboten wurden, sondern man folgt bekannten Namen auch in Gegenden, die nicht unbedingt als „hip“ gelten. Am 1. Oktober feierten er und sein Team ein rauschendes Fest zum zehnjährigen Bestehen der Berliner Filiale des Akkordeon-Centrums Brusch. Der Fernsehturm auf der Einladungskarte mag darauf hindeuten, dass die Aura des Centrums über ganz Berlin ausstrahlt. Das kann man ruhig wörtlich nehmen, denn es ist in der Tat das einzige Geschäft in Berlin, das im großen Stil mit Handzuginstrumenten, wie der Oberbegriff von Akkordeons, Harmonikas, Bandonions etc. lautet, handelt, sie repariert und einem auch beibringt, sie zu beherrschen.
Entsprechend üppig fiel die Jubelfeier aus. Das eigens zu diesem Zweck angemietete Restaurant Michl's, das seit einiger Zeit eine andere Ecke unserer Kreuzung schmückt, verwöhnte die vielen geladenen Gäste von 10 Uhr morgens bis zum frühen Abend mit Speis und Trank. Vor allem jedoch wurden von bekannten Musikern, Freunden und auch Kunden des Centrums, musikalische Kostbarkeiten zum Besten gegeben. Den ganzen Tag lang konnte man sich immer wieder an spannenden Zusammenstellungen wie Akkordeon mit Klarinette oder mit Gesang und Gitarre oder auch, was mir besonders gefiel, Knopfakkordeon mit Schlagzeug erfreuen. Das war etwas anderes als die Schifferklaviermusik meiner Kindheit! Nicht nur Volksmusik, auch klassische Musik und Jazz zum Beispiel und viele andere musikalische Spielarten lassen sich mit dem Akkordeon und seinen Verwandten spielen. Kein Wunder also, dass in jüngerer Zeit diese Instrumente wieder in Mode gekommen sind. Auch Spaziergänger blieben an diesem schönen Spätherbsttag stehen und lauschten eine Weile den rauschenden Klängen, denn das muss man sagen: wenn so ein großes Akkordeon oder gar zwei loslegen, dann ist was los! Sowas passiert ja nicht alle Tage  in der Holsteinischen Ecke Peschkestraße, möge es uns noch lange erhalten bleiben!

Sigrid Wiegand

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